Selbstgesammeltes Saatgut zu Seedbombs rollen

Selbstgesammeltes Saatgut zu Seedbombs rollen

09.10.2019

diy, Grüner Leben

Du hast bereits ordentlich Saatgut gesammelt und willst dies für die nächste Saison lagern? Kein Problem! Die naheliegendste Methode wäre z.B. die Samen in Saatguttütchen zu verstauen, sie zu beschriften und in einer Kiste im Regal aufzubewahren. Eine zweite Variante ist, das Saatgut in Seedbombs einzurollen und es so für lange Zeit haltbar zu machen. Das klappt ganz wunderbar mit Blumensamen, aber auch mit Gemüsesamen ist dies eine tolle Variante um dein gesammeltes Saatgut zu verarbeiten und zu lagern. Am besten legst du dir die Zutaten schon einmal zurecht und wartest auf einen richtig grauen, regnerischen Herbsttag. Dann kannst du es dir drinnen am Küchentisch gemütlich machen und Samenbomben herstellen. Das macht auch Kindern richtig Spaß und schürt die Vorfreude auf die nächste Gartensaison garantiert! Doch bevor es losgeht, wollen wir dir kurz einen kleinen Einblick in die Geschichte der Seedbombs erzählen: 

Was sind eigentlich Seedbombs?

Du hast noch nie von Seedbombs (auf Deutsch Samenbomben) gehört? Dabei gibt es sie schon wirklich lange. Samenbomben sind nämlich kleine Bällchen (oder Klumpen) aus Erde, Ton und Saatgut. Da das Saatgut in dem harten Mix aus Erde und Ton gut eingebettet ist, muss es nicht gepflanzt werden. Stattdessen kann man den ganzen Samenball einfach an seinen Zielort werfen, rollen, legen oder per Zwille befördern. Der nächste Regen weicht den Ball auf und aktiviert das Saatgut, das dann anfängt zu keimen.

Kleine Geschichte der Samenbomben

Es gibt verschiedene Meinungen dazu wie, wann und wo das Konzept der Seedballs erfunden wurde. Die meisten Leute glauben, dass die Idee von den alten Ägyptern stammt, die mit Hilfe von Samenbomben sehr schnell das fruchtbare Ackerland bestellen konnten, das vom jährlichen Nilhochwasser zurückgelassen wurde. Später wurde die Idee dann von den Japanern aufgegriffen, die mit aus Flugzeugen ausgeworfenen Samenbomben große Felder bestellten, während große Teile der (männlichen) Bevölkerung im 2. Weltkrieg war.

Wirklich bekannt wurden die Seedballs dann in den 1970er-Jahren, als mehr und mehr Leute anfingen sie zu werfen, um gegen Betonwüsten, Luftverschmutzung und die Bebauung städtischer Grünflächen zu protestieren. Bis heute werden Samenbälle zu genau diesem Zweck genutzt: Um bunte Inseln in tristen Innenstädten zu schaffen, seine Nachbarschaft zu verschönern und um eigene Lebensmittel anzubauen. Samenbomben eignen sich darüber hinaus aber auch ideal für die Bepflanzung von Balkonkübeln, eine schnelle Veränderung im Garten, oder einfach nur um ein paar Kräuter in seiner Küche zu ziehen. Doch nun genug geredet, du willst schließlich aktiv werden. 

Welches Saatgut eignet sich für Seedbombs?

Blumensaatgut Mischung in einem Eimer

Bei der Auswahl der Samen stehen dir alle Möglichkeiten offen. Einzig und allein solltest du darauf achten, keine giftigen Gewächse auszuwählen und idealerweise nur heimische Arten zu nutzen. Gut eignen sich beispielsweise selbstgesammelte Samen von Margeriten, Mohn, Kornraden, kleine Sonnenblumen, Ringelblumen oder Kornblumen. Diese hübschen Blumen sorgen im nächsten Jahr dann auch im grauen Großstadtdschungel für einen echten Hingucker. Du als echter Hobbygärtner hast wahrscheinlich auch von deinem Gemüse Saatgut geerntet. Warum nicht? Wie immer heißt es beim Gärtnern: Probieren geht über Studieren… 

Das brauchst du:

  • 1 Teil Samen/Saatgut (Blumen/Kräuter/Gräser/Gemüse
  • 5 Teile gute torffreie Blumenerde (zum Schutz der Moore; die Erde am besten vorher trocknen und dann durchsieben) 
  • 3 Teile Tonerde (braune, rote oder ockerfarbene Tonerde sind im Baustoffhandel erhältlich) 
  • 1 Teil Wasser 
  • Ein Behälter zum Anrühren der Zutaten und eine Unterlage zum Trocknen der Seedbombs
Als Zutaten für Seedbombs brauchst du Erde, Ton und Saatgut

Auf die Plätze, fertig, rollen!

  1. Erde in eine Schüssel sieben. 
  2. Tonpulver hinzufügen und beides gut vermischen.
  3. Langsam Wasser hinzugeben, bis eine zähe Masse entsteht, die sich gut formen lässt. Ist der Teig zu wässrig, einfach nachträglich trockene Bestandteile zugeben, bis er die entsprechende Konsistenz hat. Der Teig sollte jetzt relativ zügig verarbeitet werden, da er schnell aushärtet.

Alle Zutaten werden per Hand gut durchmischt

Zwischen den Handflächen werden die Seedbombs gerollt
  1. Nun beginnt das eigentliche „Rollen“ der Seedbombs. Je nach gewünschter Größe (nicht größer als walnussgroß, da die Samen sonst keimen, bevor der Seedball durchgetrocknet ist) die entsprechende Menge Teig abbrechen und ohne besonderen Kraftaufwand zwischen den Handflächen hin und her rollen, bis eine glatte, runde Kugel entsteht.
  2. Die Bälle anschließend zum Trocknen zum Beispiel auf einer alten Zeitung oder auf ein altes Zwiebelsieb ablegen und 1 – 2 Tage trocknen lassen. 
    Tipp: Nach dem Trocknen sind die Samenbomben 2 Jahre einsatzbereit.

Samenbomben verschenken

Na klar, es geht steil auf Weihnachten zu und wer träumt sich in der kalten Jahreszeit nicht gern schon in den nächsten Frühling? Wenn die Samenbomben gut durchgetrocknet sind, kannst du sie hübsch als Geschenk verpacken und zu Weihnachten unter den Baum legen. Ein selbstgemachtes, grünes Geschenk, was garantiert für (sommerliche) Freude sorgen wird!

Lust auf ganz neue Blumen?:

Du hast fleißig Saatgut gesammelt, hast aber eigentlich im nächsten Jahr mal Lust auf etwas ganz Neues in deinem Garten? Dann mach mit bei unserem Saatgutzirkel und tausche dein gesammeltes Saatgut gegen andere, dir vielleicht bisher noch ganz unbekannte Sorten.

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