Dunkelkeimer

Pflanzen werden bekanntlich nach vielen Merkmalen klassifiziert und geordnet. Eins dieser Erkennungszeichen ist, ob das Gewächs ein Dunkelkeimer ist oder ein Lichtkeimer. Klingt komplex und wissenschaftlich, ist es aber gar nicht. Denn tatsächlich meinen die Begriffe genau das, was sie auch ausdrücken: Brauchen die Samen der Pflanzen Licht, um zu keimen? Oder ist Licht etwa schädlich für das gute Gedeihen?

Dunkelkeimer mögen es schummerig, benötigen aber dennoch Lichtwellen

Das Gegenteil von hell ist dunkel, und damit ist auch schon zur Genüge beschrieben, was dunkelkeimende Pflanzen benötigen: eine ordentliche Erdschicht nämlich, damit kein direktes Licht zu den Samen durchdringt. Denn Licht hemmt das Wachstum dieses Saatguts, jedenfalls das kurzwellige, helle Licht. Ganz ohne Lichtwellen kommen allerdings auch Dunkelkeimer nicht aus: langwelliges Licht kann, so vermuten Biologen, durch die Erdschichten gelangen und bei den Pflanzensamen ebenfalls die Photomorphogenese auslösen. Dennoch bietet sich ein abgedunkelter Raum an, um Dunkelkeimer zu ziehen.

Welche Pflanzen gehören nun aber zu den Dunkelkeimern? Auch hier finden sich einige essbare, beispielsweise Mais, Koriander, Kapuzinerkresse, Gurken, Zichorien, Kürbisse oder Feldsalat. Die meisten Gemüsearten sind übrigens Dunkelkeimer – und diese lassen sich relativ simpel auf einem Teller zum Keimen bringen. Einfach ein gefaltetes und mit Wasser besprühtes Tempotaschentuch auf den Teller legen, dann das Saatgut darauf verstreuen, dieses anschließend mit einem zweiten feuchten Papiertaschentuch bedecken und schließlich das Ganze in einem verschlossenen Plastikbeutel aufbewahren, bis die Keimlinge sprießen. Gut, einen drei Meter langen Maishalm kann man so nicht züchten, aber Feldsalat oder Kapuzinerkresse gedeihen auf diese Weise auch in der eigenen Küche.

Die Faustregel

Wer sich nicht ganz sicher ist, ob eine Pflanze Licht- oder Dunkelkeimer ist (und grad nicht googeln kann oder möchte), kann ansatzweise einer Faustregel folgen. Sie besagt, dass sehr kleines und leichtes Saatgut Lichtkeimer ist, weil die im Samen vorhandene Energie nicht reicht, um das Samenkorn bis ans Licht wachsen zu lassen. Dunkelkeimer hingegen besitzen große Samen mit viel gespeicherter Energie, folglich können sich diese Körner durch die Erde bis zur Oberfläche kämpfen.

Detaillierte Angaben zu den optimalen Keimbedingungen findest du in der Regel auch immer auf dem Saattütchen.