Lichtkeimer

Pflanzen werden bekanntlich nach vielen Merkmalen klassifiziert und geordnet. Eins dieser Erkennungszeichen ist, ob das Gewächs ein Dunkelkeimer ist oder ein Lichtkeimer. Klingt komplex und wissenschaftlich, ist es aber gar nicht. Denn tatsächlich meinen die Begriffe genau das, was sie auch ausdrücken: Brauchen die Samen der Pflanzen Licht, um zu keimen? Oder ist Licht etwa schädlich für das gute Gedeihen?

Was Lichtkeimer zum Sprießen bringt

Aus Lichtkeimern wird nichts, wenn das Saatgut zwar ausreichend Wärme, Sauerstoff und Feuchtigkeit bekommt – aber eben kein Licht. Ob Blutweiderich, Vergissmeinnicht, Virginischer Tabak oder so prominente Nutzpflanzen wie Sellerie, Kopfsalat, Möhren, Thymian, Basilikum und andere Küchenkräuter, all diese Gewächse sprießen nicht, wenn ihre Samen kein Licht abbekommen. Verantwortlich dafür sind die Photorezeptoren von Phytochromen, das sind Proteine, die auf Lichtreize reagieren. Der Vorgang, der Keimlinge zum Sprießen bringt, nennt sich Photomorphogenese, und das könnten wir an dieser Stelle ausführlich erklären, doch das wäre vermutlich ziemlich fad. Wer doch mehr wissen möchte, der schaue im Lexikon der Biologie nach :)

Interessanter ist da schon zu beleuchten (im wahrsten Sinn des Wortes), wie Lichtkeimer gärtnerisch, also in der Praxis, zum Wachsen gebracht werden. Und das geht so: Zunächst einmal müssen die Keimlinge vorsichtig angedrückt werden, um mit der Erde Kontakt zu bekommen. Doch darf die Schicht Erde, die das Saatgut überdeckt, nicht dicker sein als ein einzelner Pflanzensamen, weil ja Licht durchkommen muss. Und die Erde benötigt Feuchtigkeit, die am besten mit durchsichtiger Folie konserviert wird. Werden die Keimlinge dann mit infrarotem oder rotem Licht bestrahlt, dann steigt die Keimfähigkeit sprunghaft an. Nach Goethes letzten Worten also: mehr Licht! Aber bitte auch das richtige.