Wollen wir 3 Milliarden Pappbecher im Jahr einsparen?

blog-to-go-becher-muell-2Ob Cappuccino, Grüner Tee oder Chai Latte: Warme Getränke sind uns nicht nur in der kalten Jahreszeit ein stetes Bedürfnis. Auf dem Weg ins Büro oder zur Uni, in der Straßenbahn, im Zug oder im Auto - Heißgetränke für unterwegs gibt es heute nicht mehr nur bei 7-Eleven, der Kette, die dem To-Go-Becher 1964 zum Durchbruch verhalf, sondern an jeder Straßenecke. Mittlerweile haben wir uns an diesen Luxus gewöhnt, vielleicht sogar zu sehr. Denn in den seltensten Fällen denken wir darüber nach, wie umweltschädigend diese To-Go-Geschichte ist. Meine Güte, was ist schon ein verbrauchter Plastik- oder Pappbecher am Tag? Außerdem trinken wir den Kaffee zum Mitnehmen ja schließlich in der Bahn, wir fahren also umweltfreundlich. Da wird man ja wohl einen Plastikbecher…

Nur eine Viertelstunde in Benutzung

Diese Einstellung ist nachvollziehbar. Das Problem überquellender Müllbehälter – vor allem in den Großstädten – wird dadurch aber nicht kleiner. Bei genauerem Hinsehen sind es tatsächlich vor allem die To-Go-Becher aus Pappe und Plastik, die die innerstädtischen Abfallbehältnisse zum überlaufen bringen. Immerhin werden im Jahr knapp drei Milliarden Wegwerfbecher verbraucht, und das allein in Deutschland. Das sind 320.000 Stück jede Stunde! Legte man die Becher in einer Kette aneinander, so würde diese sieben Mal die Erde am Äquator umrunden. Ganz schön gewaltig.




Aber das Problem ist nicht nur der riesige Müllberg, sondern auch die Ressourcen, die bei der Herstellung desselben verschwendet werden. Bei den 3 Milliarden Bechern, die wir allein in Deutschland verbrauchen, sind das etwa 50.000 Bäume, 1.500.000.000 Liter Wasser und in etwa soviel Energie, wie eine 100.000 Einwohner Stadt im Jahr verbraucht. Und in diesen Zahlen ist die Herstellung der Kunststoffdeckel, der Rührstäbchen und der Pappmanschetten gegen heiße Finger noch nicht enthalten! Und wer jetzt denkt "Wird doch alles recycled." - Das Recyceln der Einwegbecher ist leider nicht so einfach, wie man denkt. Denn auch wenn ein Becher außen aus reiner Pappe besteht, so besitzt er mindestens innen eine Plastikschicht, dazu kommt in der Regel der Kunststoffdeckel. Und wer fummelt das schon auseinander, bevor der Becher in den Müll wandert?

Dennoch: Die Möglichkeit, nahezu immer und überall ein leckeres Warmgetränk genießen zu können, ist eine zivilisatorische Errungenschaft. Viele Menschen, mich eingeschlossen, haben einfach das Bedürfnis danach, also sollte es auch bedient werden. Aber wäre es nicht schön, wenn wir weiter unseren Mitnehmkaffee genießen, auf Einwegbecher aber (weitestgehend) verzichten könnten?

Einweg ist out: tolle Alternativen

Die gute Nachricht: Es gibt schon prima Alternativen. Hier sind vier davon zu finden, sortiert von "immerhin ein Anfang" bis "perfekt, es wird kein Müll mehr erzeugt".

1. Upcycling von To-Go-Bechern



Im Schnitt wird aus einem Mitnehmbecher nach gerade einmal 15 Minuten Müll, wie die Deutsche Umwelthilfe ausgerechnet hat. Wahrscheinlich wird es sich nie völlig vermeiden lassen, auch mal einen Einwegbecher kaufen zu müssen. Aber der muss ja nach der Benutzung nicht unbedingt im Müll landen. Stichwort "Upcycling". Leere Becher machen sich zum Beispiel ideal als kleine Pflanzgefäße. Weitere tolle Ideen zur Renutzung gibt es bei earth911.com.



2. Vegware

Noch etwas besser: To-Go-Becher aus ökologischen Grundstoffen, die komplett kompostierbar sind. Beispiele bzw. Produzenten dafür gibt es mittlerweile viele, zum Beispiel Planttrash oder greenbox. Allerdings wird auch hier bei der Herstellung viel Energie verbraucht und ob die Produkte am Ende auch wirklich kompostiert werden ist zumindest zweifelhaft. Aber selbst wenn diese Becher am Ende verbrannt werden, sind sie noch deutlich unschädlicher als "normale" Einwegbecher.



3. Pfandsystem



Eine naheliegende Idee, die aber erst langsam Fahrt aufnimmt: Ein Pfandsystem für Kaffeebecher. Erste Tests laufen unter anderem schon in Hamburg und Freiburg. Für mich eine sehr gute Alternative, die aber aktuell nur für wenige Konsumenten zugänglich und daher nur auf dem zweitbesten Platz gelandet ist.

4. Ein eigener Thermobecher



Das Wichtigste hierzu vorweg: Die Lebensmittelhygieneverordnung erlaubt es, dass im Coffeeshop auch mitgebrachte Becher befüllt werden dürfen. Wer also über die Anschaffung eines schicken Thermobechers nachdenkt, um diesen täglich zu benutzen, tut der Umwelt einen riesigen Gefallen. Die Auswahl an stylishen Produkten ist groß. Bei uns auf der Facebook-Seite kamen in der entsprechenden Diskussion neben den Tea To-Go Bechern von Shuyao auch die Bescher von emsa und die keepcups gut weg.

Das Hauptproblem hier ist wohl, dass man seinen Becher nicht immer dabei hat, wenn der Kaffeedurst einsetzt. Aber hej, 50% der Fälle ist ja ein Anfang und für die anderen 50% gibt es dann ja noch die Lösungen 1-3. In diesem Sinne: Hoch die Becher!

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