Licht- und Dunkelkeimer und wie sie richtig gezogen werden

04.02.2016

Grüner Leben

Pflanzen werden bekanntlich nach vielen Merkmalen klassifiziert und geordnet. Eins dieser Erkennungszeichen ist, ob das Gewächs ein Dunkelkeimer ist oder ein Lichtkeimer. Klingt komplex und wissenschaftlich, ist es aber gar nicht. Denn tatsächlich meinen die Begriffe genau das, was sie auch ausdrücken: Brauchen die Samen der Pflanzen Licht, um zu keimen? Oder ist Licht etwa schädlich für das gute Gedeihen?

Was Lichtkeimer zum Sprießen bringt

Aus Lichtkeimern wird nichts, wenn das Saatgut zwar ausreichend Wärme, Sauerstoff und Feuchtigkeit bekommt – aber eben kein Licht. Ob Blutweiderich, Vergissmeinnicht, Virginischer Tabak oder so prominente Nutzpflanzen wie Sellerie, Kopfsalat, Möhren, Thymian, Basilikum und andere Küchenkräuter, all diese Gewächse sprießen nicht, wenn ihre Samen kein Licht abbekommen. Verantwortlich dafür sind die Photorezeptoren von Phytochromen, das sind Proteine, die auf Lichtreize reagieren. Der Vorgang, der Keimlinge zum Sprießen bringt, nennt sich Photomorphogenese, und das könnten wir an dieser Stelle ausführlich erklären, doch das wäre vermutlich ziemlich fad. Wer doch mehr wissen möchte, der schaue im Lexikon der Biologie nach :)

Jan hält eine Gänseblümchen Samenbombe in der Hand
Gänseblümchen sind Lichtkeimer. Daher ist bei diesen Samenbomben das Saatgut außen angebracht

Interessanter ist da schon zu beleuchten (im wahrsten Sinn des Wortes), wie Lichtkeimer gärtnerisch, also in der Praxis, zum Wachsen gebracht werden. Und das geht so: Zunächst einmal müssen die Keimlinge vorsichtig angedrückt werden, um mit der Erde Kontakt zu bekommen. Doch darf die Schicht Erde, die das Saatgut überdeckt, nicht dicker sein als ein einzelner Pflanzensamen, weil ja Licht durchkommen muss. Und die Erde benötigt Feuchtigkeit, die am besten mit durchsichtiger Folie konserviert wird. Werden die Keimlinge dann mit infrarotem oder rotem Licht bestrahlt, dann steigt die Keimfähigkeit sprunghaft an. Nach Goethes letzten Worten also: mehr Licht! Aber bitte auch das richtige.

Dunkelkeimer mögen es schummerig, benötigen aber dennoch Lichtwellen

Das Gegenteil von hell ist dunkel, und damit ist auch schon zur Genüge beschrieben, was dunkelkeimende Pflanzen benötigen: eine ordentliche Erdschicht nämlich, damit kein direktes Licht zu den Samen durchdringt. Denn Licht hemmt das Wachstum dieses Saatguts, jedenfalls das kurzwellige, helle Licht. Ganz ohne Lichtwellen kommen allerdings auch Dunkelkeimer nicht aus: langwelliges Licht kann, so vermuten Biologen, durch die Erdschichten gelangen und bei den Pflanzensamen ebenfalls die Photomorphogenese auslösen. Dennoch bietet sich ein abgedunkelter Raum an, um Dunkelkeimer zu ziehen.

Welche Pflanzen gehören nun aber zu den Dunkelkeimern? Auch hier finden sich einige essbare, beispielsweise Mais, Koriander, Kapuzinerkresse, Gurken, Zichorien, Kürbisse oder Feldsalat. Die meisten Gemüsearten sind übrigens Dunkelkeimer – und diese lassen sich relativ simpel auf einem Teller zum Keimen bringen. Einfach ein gefaltetes und mit Wasser besprühtes Tempotaschentuch auf den Teller legen, dann das Saatgut darauf verstreuen, dieses anschließend mit einem zweiten feuchten Papiertaschentuch bedecken und schließlich das Ganze in einem verschlossenen Plastikbeutel aufbewahren, bis die Keimlinge sprießen. Gut, einen drei Meter langen Maishalm kann man so nicht züchten, aber Feldsalat oder Kapuzinerkresse gedeihen auf diese Weise auch in der eigenen Küche.

Die Faustregel

Wer sich nicht ganz sicher ist, ob eine Pflanze Licht- oder Dunkelkeimer ist (und grad nicht googeln kann oder möchte), kann ansatzweise einer Faustregel folgen. Sie besagt, dass sehr kleines und leichtes Saatgut Lichtkeimer ist, weil die im Samen vorhandene Energie nicht reicht, um das Samenkorn bis ans Licht wachsen zu lassen. Dunkelkeimer hingegen besitzen große Samen mit viel gespeicherter Energie, folglich können sich diese Körner durch die Erde bis zur Oberfläche kämpfen.

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