Gründüngung: Für einen guten Boden

Gründüngung

Es gibt eine Sache, die jeder Gärtner vermeiden sollte: ungenutzte, brache Böden. Ob es sich dabei um eine große Beetfläche handelt, oder um einen kleinen Balkonkübel ist eigentlich ganz egal. Dem Boden eine Pause zu gönnen ist zwar nett gemeint, ihn aus diesem Grund aber einfach gar nicht zu bewirtschaften, wenig hilfreich. Wenn du deinem Boden wirklich etwas Gutes tun willst, dann mit einer Gründündung! Noch nie gehört? Na, dann pass mal auf!

Gründüngung: Was ist das eigentlich?



Der Begriff “Dünger” kann im erstem Moment etwas irreführend sein. Düngung klingt so nach Hornmehl und Kuhmist. Dabei bedeutet Gründüngung eigentlich nur, auf der nicht genutzten Fläche schnell wachsende Pflanzen auszusäen, die nicht für deine eigene Nutzung gedacht sind - sondern wirklich lediglich zur Verbesserung des Bodens. Obwohl, im Grunde machst du das natürlich auch, um den Boden fit zu halten für den Gemüseanbau im nächsten Jahr ;-) Theoretisch kannst du Gründüngung von März/April bis in den Oktober säen. Gibt es also z.B. Beete, von den du sicher weißt, dass du sie die ganze Saison über gar nicht “brauchst”, kannst du dort zum Start in die neue Saison Gründüngung aussäen. In anderen Beeten kannst du nach der Ernte von Paprika, Tomate & co. noch Gründüngung pflanzen, um den ausgelaugten Boden wieder auf Vordermann zu bringen.

Emotionales Bild von Händen, in denen braune Erde liegt

Vorteile von Gründüngung

  1. Der Boden ist abgedeckt, so dass wichtige Nährstoffe im Boden bleiben und nicht über die nackte Oberfläche austreten können.
  2. Auch Unkraut oder, wie es anders heißt unerwünschtes Beikraut, hat durch die Bepflanzung durch Gründünge-Pflanzen keine Chance sich auf der ungenutzten Fläche auszubreiten
  3. Gründüngung ist perfekt, um die Struktur des Bodens wieder herzustellen: Tiefreichende Wurzeln lockern den Boden auf und sorgen für eine gute Belüftung. So kann Wasser gut abfließen, Sauerstoff zirkulieren und später gesätes Gemüse leichter anwurzeln.
  4. Durch die Gründüngung wird Stickstoff gespeichert. Wenn dann später die Pflanzen in den Boden eingearbeitet werden und sich dort zersetzen, breitet sich der Stickstoff im Boden aus und sorgt so für eine natürliche Langzeitdüngung.
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Verschiedene Pflanzen = verschiedene Vorteile


  • Ölrettich, Luzerne, Sonnenblumen & Bitterlupine: sorgen mit ihren tiefreichenden Wurzelsystemen für eine gute Bodenstruktur
  • Phacelia, Wicke, ErbsenBoh, Bohnen, Klee & Lupinen: bilden viele Blätter & Blüten aus und versorgen nach Einarbeitung sandige Böden mit frischem Humus
  • Tagetes: bekämpft die unsichtbaren, aber fiesen Fadenwürmer im Boden

Kleiner Tipp: Wer sich für eine Saison mit Gründündung entscheidet, kann auch gleich den Bienchen etwas Gutes tun und Pflanzen mit schönen Blüten aussuchen wie z.B. Wicken, Sonnenblumen, Ringelblumen, Studentenblumen, Borretsch oder PhaceliaAuf der Phacelia, auch Bienenfreund genannt, sitzt eine Biene und sammelt Nektar

Achtung: auf Pflanzenfamilien achten!

Wie immer in der Gartenpraxis solltest du auch bei der Gründüngung darauf achten, dass du bestimmte Pflanzen nicht vor oder nach anderen pflanzt. Werden nämlich auf der gleichen Fläche nach und nach immer wieder Pflanzen der gleichen Familie angebaut, wird der Boden müde und Bodenschädlinge haben leichtes Spiel. Deshalb:


  • Nach und vor allen Kreuzblütlern (Kohlgewächse, Rettiche & Radieschen) darfst du kein Gelbsenf, Ölrettich oder Raps als Gründündung aussäen.
  • Nach und vor Bohnen & Erbsen darfst du kein Klee, keine Wicken und Lupinen als Gründüngung aussäen
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Was immer geht: Phacelia gehört zur Unterfamilie der Wasserblattgewächse und ist mit keinem bekannten Gemüse verwandt. Mit ihren üppigen lila Blütenkleid entpuppt sie sich als echter Bienenfreund (und wird umgangssprachlich auch oft so genannt)

Was auch gut geht: Buchweizen (außer vor und nach und rund um den Rhabarber rum)



Der richtige Zeitpunkt


  • Alexandrinerklee: April-Oktokber
  • Bienenfreund: April-Oktober
  • Blauer Lein: April-Juni
  • Düngelupinen: April-Oktober
  • Futterrüben: April-Mai
  • Bohnen: März-Juni
  • Erbsen: April-Juni
  • Gelbsenf: März-September
  • Ölrettich: April-September
  • Tagetes: Mai-Juni
  • Spinat: März-Oktober
  • Wicken: April-September


Zur Aussaat im Herbst zur Überwinterung eignen sich: Ackerbohne, Alexandrinerklee, Borretsch, Düngelupinen, Luzernen, Ölrettich, Puffbohnen, Sonnenblumen, Winterraps

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Aussaat im leeren Hochbeet

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